Eispickel im Vergleich: Unsere Empfehlungen
Ein Eispickel gehört zur obligatorischen Grundausstattung für jede Begehung von Gletschern oder steilen Firnflanken. Die Wahl des passenden Modells hängt maßgeblich davon ab, ob das Gerät primär als Gehhilfe zur Unterstützung des Gleichgewichts oder als technisches Werkzeug im steilen Eis eingesetzt wird.
PETZL Eispickel SummitSchwarz, 52 cm, leichter Pickel mit schwerem Kopf
PETZL Summit
Vorteile
- Das geringe Gewicht erleichtert den Transport bei langen Zustiegen.
- Der ergonomisch geformte Kopf bietet einen sicheren Halt beim Gehen.
- Die aggressive Haue ermöglicht ein effektives Eindringen in hartes Eis.
- Die hochwertige Verarbeitung sorgt für eine lange Lebensdauer.
Nachteile
- Die Länge von 52 cm ist für sehr steile Passagen eher kurz bemessen.
- Der Schaft bietet bei sehr hartem Untergrund weniger Stabilität als ein technisches Gerät.
Fazit: Ein idealer, leichter Allrounder für klassische Hochtouren und moderates Gelände.
Worauf sollten Sie beim Kauf achten?
Die richtige Länge für den Einsatzzweck
Die optimale Länge eines Eispickels richtet sich nach Ihrer Körpergröße und dem bevorzugten Gelände. Bei klassischen Gletschertouren wird der Pickel oft als Stütze verwendet. Ein zu kurzes Modell zwingt Sie in eine gebückte Haltung, was die Trittsicherheit beeinträchtigt und den Rücken belastet.
Tipp
Führen Sie den einfachen Längentest durch: Stehen Sie aufrecht und halten Sie den Pickel am Kopf locker in der Hand. Die Spitze des Schafts sollte idealerweise bis zum Knöchel reichen, wenn Ihr Arm entspannt nach unten hängt.
Material und Zertifizierung
Die meisten modernen Schäfte bestehen aus Aluminium, während die Haue (der Kopf) aus gehärtetem Stahl gefertigt wird. Es wird zwischen zwei Normen unterschieden, die Aufschluss über die Belastbarkeit geben:
- Typ 1 (Basis-Pickel, früher B-Norm): Diese Modelle sind für den Einsatz im Firn und für einfache Gletschertouren konzipiert. Sie weisen eine geringere Bruchlast auf und eignen sich nicht für den Bau von Fixpunkten im Schnee.
- Typ 2 (Technik-Pickel, früher T-Norm): Diese Geräte verfügen über einen verstärkten Schaft und eine robustere Haue. Sie sind für technisches Gelände sowie für den Einsatz als Ankerpunkt im Standplatzbau vorgeschrieben.
Hinweis
Investieren Sie im Zweifel in ein Modell mit Typ-2-Zertifizierung. Diese Eispickel bieten größere Sicherheitsreserven und ermöglichen auch anspruchsvollere Manöver wie die T-Anker-Sicherung im Schnee.
Klingenform und Griffergonomie
Für einfache Wanderungen im Schnee sind gerade Klingen vorteilhaft, da sie leicht in den Untergrund eindringen. Sobald das Gelände steiler wird, erleichtert eine leicht gebogene Haue den Schlag und schützt zudem die Finger vor dem Kontakt mit dem Eis. Gummierte Griffe oder strukturierte Oberflächen verbessern den Halt bei Nässe und Kälte erheblich.
Welches Modell passt zu Ihnen?
Die Preisunterschiede bei Eispickeln ergeben sich meist aus der Materialqualität und dem Grad der technischen Spezialisierung.
Einsteiger und Gelegenheitsbergsteiger (bis 100 €)
In diesem Segment finden Sie solide Allrounder, die meist eine Kombination aus Aluminiumschaft und Stahlhaue nutzen. Diese Modelle sind ideal für klassische Gletschertrekkings und einfache Hochtouren. Sie verzichten oft auf aufwendige Dämpfungssysteme oder modulare Komponenten, bieten aber für normale Anforderungen eine vollkommen ausreichende Stabilität.
Ambitionierte Hochtourengeher (100 € bis 180 €)
Diese Preisklasse bietet eine bessere Balance und häufig eine Typ-2-Zertifizierung. Die Griffe sind ergonomischer geformt und oft mit einer Wärmeisolierung versehen, was den Komfort bei langen Einsätzen steigert. Hier finden sich auch Hybrid-Modelle, die sowohl im flachen als auch im moderat steilen Gelände (bis etwa 50 Grad) funktionieren.
Spezialisten für Eis und Steilwand (über 180 €)
Für vertikale Herausforderungen und technisches Eisklettern sind spezielle Eisgeräte notwendig. Diese verfügen über stark gekrümmte Schäfte und oft über wechselbare Hauen, die je nach Eisbeschaffenheit getauscht werden können. Hier wird oft Carbon verbaut, um das Gewicht zu reduzieren und Schwingungen beim Einschlag zu minimieren.
Achtung
Verwenden Sie niemals einen reinen Aluminiumpickel zum Hebeln in Felsspalten oder für hartes Blankeis. Die weiche Legierung der Haue nutzt sich extrem schnell ab und kann unter hoher Belastung verformen oder brechen.
| Preissegment | Typische Ausstattung | Für wen geeignet? |
|---|---|---|
| Basis (60–90 €) | Gerader Aluschaft, feste Stahlhaue | Klassische Gletschertouren und Skitouren |
| Performance (100–160 €) | Leicht gekrümmt, gummierter Griff | Anspruchsvolle Hochtouren und Firnflanken |
| High-End (> 200 €) | Modulare Hauen, starker Versatz | Eisklettern, Drytooling und steile Rinnen |
Häufig gestellte Fragen
Für die meisten klassischen Touren ist die Schaufel (Adze) die bessere Wahl, da man mit ihr Stufen in den Schnee schlagen oder einen Platz für das Zelt ebnen kann. Ein Hammer wird primär beim technischen Klettern benötigt, um Felshaken oder Eisschrauben einzuschlagen.
Feuchtigkeit ist der größte Feind der Stahlkomponenten. Trocknen Sie den Pickel nach jedem Einsatz gründlich ab. Bei Flugrost hilft ein feines Schleifvlies. Ein gelegentlicher dünner Film aus säurefreiem Öl schützt die Metallteile während der Lagerung im Sommer.
Anders als bei Seilen gibt es kein festes Verfallsdatum. Tauschen Sie das Gerät jedoch aus, wenn der Schaft tiefe Kerben oder Verbiegungen aufweist. Auch eine stark abgenutzte Haue, die sich nicht mehr schärfen lässt, ohne die Geometrie zu verändern, stellt ein Sicherheitsrisiko dar.
In einfachem Gelände verhindert die Schlaufe den Verlust des Pickels. In schwierigen Passagen, in denen man oft die Hand wechseln muss, wird sie jedoch oft als hinderlich empfunden. Viele moderne Bergsteiger bevorzugen daher elastische Fangriemen, die am Klettergurt befestigt werden.
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CAMP X-Dream Alpine Eispickelvielseitiges Eisgerät mit 4 austauschbaren Klingen, standardmäßig mit ICE ausgestattet
Grivel G Zero Black Eispickel58 cm mit langem EVO, CE-Stollen, Unisex, Erwachsene
Preise vergleichenGrivel G Zero
Vorteile
- Das schlichte Design ohne störende Zacken am Schaft schont die Hände und die Kleidung.
- Der Kopf aus hochwertigem Carbonstahl bietet eine zuverlässige Verankerung im Firn.
- Das geringe Gewicht macht ihn zum idealen Begleiter für klassische Hochtouren.
- Die integrierte Schaufel ermöglicht effizientes Stufenschlagen bei Bedarf.
Nachteile
- Aufgrund des fehlenden Griffs am Schaft ist er für technisch anspruchsvolles Steileis weniger geeignet.
- Die glatte Oberfläche des Schafts bietet bei Nässe oder Eis weniger Grip als gummierte Modelle.
Fazit: Ein robuster und minimalistischer Eispickel, der sich hervorragend für klassische Gletscherwanderungen und einfache Hochtouren eignet.
Salewa North-X Hammer Eispickelvielseitiger und leichter Eispickel für technisches Bergsteigen mit verstellbarer Handauflage, UNI
Salewa North-X Hammer
Vorteile
- Sehr geringes Gewicht bei hoher technischer Leistungsfähigkeit.
- Ergonomische, werkzeuglos verstellbare Handauflage für optimalen Halt.
- Vielseitig einsetzbar durch modulares Kopfdesign.
- Robustes Material sorgt für Langlebigkeit im alpinen Einsatz.
Nachteile
- Durch die Leichtbauweise weniger wuchtig bei sehr hartem Eis.
- Der Preis liegt im oberen Segment für technische Eispickel.
- Die Handauflage erfordert bei Kälte etwas Übung in der Bedienung.
Fazit: Ein exzellenter, leichter Allrounder für anspruchsvolles technisches Bergsteigen und steile Eiswände.